Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V.
Die HuK zur Auseinandersetzung um den Kongress der "Akademie für
Psychotherapie und Seelsorge",
Marburg 2009
Positionspapier des HuK-Vorstands zur Debatte um den umstrittenen Therapie-
und Seelsorge-Kongress in Marburg
Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche tritt seit 1977 gemeinsam
mit weiteren, sehr unterschiedlichen Gruppen, für die volle Anerkennung von
Lesben und Schwulen in Kirche und Gesellschaft ein. Das verbindet uns mit
schwullesbischen Gruppen. Mit Kirchengemeinden, kirchlichen Gruppen und der
Kirche von unten teilen wir gelebten Glauben, Gottesdienste und unsere
theologische Arbeit.
Dass die Debatte um den Evangelikalen-Kongress in den letzten Tagen zum
heftigen Schlagabtausch wurde, hat uns erstaunt. Der Konflikt, der hier
ausgetragen wird, darf nur fair ausgetragen werden!
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Das Recht auf freie Meinungsäußerung findet seine Grenze da, wo verletzt
wird. Wer mit harten Bandagen kämpft, verliert das Gespür für die Verletzungen
anderer. Wir fordern, dass Christen ihre lesbischen und schwulen Mitmenschen
ebenso respektieren wie umgekehrt.
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Die Veranstalter des APS-Kongresses haben die Chance vertan, klar
Position zu beziehen und ein Zeichen für die volle Akzeptanz von Lesben
und Schwulen zu setzen. Sie müssen damit leben, dass ihr Verständnis von
Wissenschaftlichkeit hinterfragt wird – zumal sie selbst ihren Kongress in
öffentlichen Gebäuden abhalten.
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„Die Gewaltlosen werden das Land erben“, so heißt es sinngemäß im
Matthäusevangelium. Unsere Stärke als AG Homosexuelle und Kirche heißt
KOMMUNIKATION. Für unsere Mitglieder sind theologische Arbeit und politisches
Handeln untrennbar miteinander verbunden.
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Vielfalt ist ein Gewinn für Kirche und Gesellschaft! Wir fordern die
Kirchen als Ganzes, aber auch die evangelikale Bewegung auf, den echten
Dialog mit lesbischen Frauen und schwulen Männern zu suchen. Ein solcher
Dialog bereichert die Kirchen und ist Teil einer demokratischen Gesellschaft,
in der Christinnen und Christen ebenso wie viele andere ihre Überzeugung
einbringen. Wir wollen die Akzeptanz für Lesben und Schwule, und zwar nicht
in seelsorgerlichen oder therapeutischen Hinterzimmern, sondern öffentlich.
24. Mai 2009
Weil die Diskussion zu dem
APS-Kongress in Marburg
überwiegend unter den Schlagworten
"Identität / Konversionstherapie / Homosexualität" geführt wurde, wurde
das Positionspapier des HuK-Vorstands in der Abteilung "Aktuelle Themen",
Rubrik "Umpolung/Konversionstherapien", eingeordnet.