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Reaktion von der Basis auf vatikanische "Erwägungen" |
[Letzte Aktualisierung: 28.09.2003 ] |
Die Vatikan-Erklärung zu homosexuellen Partnerschaften von Ende Juli 2003 hat ein lebhaftes Echo hervorgerufen, die HuK het es auf ihrer Website mit Links zu Stellungnahmen dokumentiert.
Anders als die Mehrheit der deutschsprachigen Presse hat die "Deutsche Tagespost" in einem Artikel von Heinz Schütte "Mehr als ein Stolperstein für die Ökumene" das Vatikan-Dokument uneingeschränkt begrüßt; der Artikel wiederholt die bekannten Standpunkte gegen eine Anerkennung homosexueller Partnerschaften und gegen eine Gleichberechtigung von Homosexuellen in der Kirche überhaupt.
Der Artikel wiederum, und damit die vom Vatikan vorgegebene Haltung, ist auf Widerspruch gestoßen. Mit Erlaubnis des Verfassers geben wir hier einen Leserbrief wieder, der zeigt, wie stark die Reaktionen von Teilen der kirchlichen Basis sind.
Angesichts des versammelten theologischen Sachverstandes zur sexuellen Orientierung, den Herr Schütte referiert, möchte ich der geneigten Leserschaft nur mitteilen, dass ich nach 24jährigem engagieren Religionsunterricht meine missio canonica an meinen Bischof zurückgebe. Ich bin nicht bereit, Menschen meines nächsten Umfeldes beleidigen zu lassen, ihnen die Würde und das Recht auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit absprechen zu lassen. Wenn das, was Herr Schütte schreibt, Konsens in der katholischen Kirche ist, dann will ich nicht mehr für diese Kirche den Glauben verkünden und vertreten, mich nicht mehr als Vertreter dieser Kirche ansprechen lassen. Die Liebe zu meinen Nächsten ist mir wichtiger als die vermeintliche Rechtgläubigkeit einer Theologenschaft. Diese Meinungen schmerzen nur noch, wenn ich Menschen in die Augen schaue, die nichts anderes wollen, als so zu leben, wie andere auch.
OStR Michael Winkelmann
Diplomtheologe
Wispertorgasse 2
34414 Warburg