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Pressemitteilung (16.03.2000) |
[Letzte Aktualisierung: 23.04.2002 ] |
Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche kritisiert die
Stellungnahme der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz zum
Rohentwurf eines Gesetzes über Eingetragene Lebenspartnerschaft, da sie nur
von Angst um die Stellung der Ehe geprägt ist.
Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Anliegen gleichgeschlechtlicher
Paare findet keinen Niederschlag. Damit leistet die Bischofskonferenz genau dem
Vorschub, wogegen sie sich ausspricht: Der Diskriminierung von Schwulen und
Lesben.
Die HuK fordert Bischof Lehmann als Vorsitzenden der Bischofskonferenz auf, sich
endlich einem Gespräch mit Schwulen und Lesben nicht mehr zu verweigern.
In der Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz zum Lebenspartnerschaftgesetz wird eine Diskriminierung homosexueller Menschen aufgrund ihrer Veranlagung abgelehnt. Gleichzeitig verweigern die Bischöfe aber Lesben und Schwulen ein Recht auf ein gesichertes Zusammenleben und eine Absicherung ihrer gelebten Verantwortungsgemeinschaft.
Der vermeintliche Schutz von Ehe und Familie wird als alleiniger Maßstab für die
Rechtsordnung angelegt. Die Angst um die Stellung der Ehe verhindert dabei einen
Blick auf die Wirklichkeit.
Die in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften schon heute gelebten Werte der
gemeinsamen Liebes- und Lebenspartnerschaft unterscheiden sich dabei nur
marginal von denen heterosexueller Partnerschaften.
Das geplante Lebenspartnerschaftsgesetz kann nach Ansicht der HuK keine Bedrohung für die Stellung der Ehe bedeuten, da es Personen anspricht, für die eine Eheschließung nicht in Frage kommt. Auch dies ist ein Indiz für die fehlende Auseinandersetzung der Bischöfe mit dem Anliegen der Gesetzesinitiative.
Aufgrund eines fundamentalistischen Bibelverständnisses wird die bildhafte
Sprache der Schöpfungsgeschichte zur Grundlage der Beurteilung menschlichen
Zusammenlebens. Daraus resultiert eine Ablehnung wissenschaftlicher
Erkenntnisse, die eine homosexuelle Veranlagung als natürliche Ausprägung
menschlicher Sexualität belegen.
Diesem stellt die HuK ein Verständnis des Evangeliums entgegen, welches
ausgehend von der Liebe Gottes zu den Menschen auch Schwule und Lesben als mit
ihrer Sexualität angenommene Teile der Schöpfung sieht.
Die HuK bedauert, daß die römisch-katholische Kirche eine der wenigen Großorganisationen ist, die sich einem Dialog mit Lesben und Schwulen verweigert und dadurch weiterhin der Diskriminierung Vorschub leistet. Daher fordert die HuK Bischof Lehmann auf, sich endlich einem Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern von Lesben- und Schwulenorganisationen zu stellen.
Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:
Thomas Wunsch, Pressesprecher der HuK
Ernst-König-Str. 61, 59755 Arnsberg
Tel. (02932) 701337
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