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  Pressemitteilung (14.06.2001)  

[Letzte Aktualisierung: 23.04.2002 ]

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Presse

Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V.

Pressemitteilung (14.06.2001) Nr. 1
zum 29. DEKT in Frankfurt am Main

Eröffnungsveranstaltung mit Volker Beck
Lebenspartnerschaftsgesetz und Segnung gleichgeschlechtlicher Paare
Evangelische Kirche soll Vorreiter werden

Zur Eröffnungsveranstaltung im thematischen Zentrum der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. im Lessinggymnasium waren etwa 350 Besucher erschienen. Auf dem Podium diskutierten unter anderem Volker Beck, MdB Die Grünen, und Klaus Eibach, Propst in Oberhessen, die Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung für gleichgeschlechtliche Paare und die Möglichkeit zur kirchlichen Segnung.

Unter Beifall des Plenums wurde eine Vorreiterrolle der evangelischen Kirche gefordert, die eine Akzeptanz von lesbischen und schwulen Paaren unterstützen würde.

Vor dem Hintergrund des voraussichtlich am 1. August in Kraft tretenden Lebenspartnerschaftsgesetzes sahen die Podiumsteilnehmer einen deutlichen Handlungsbedarf der Kirchen, die Segnung homosexueller Paare zu ermöglichen und den Gemeinden Segnungsagenden an die Hand zu geben.
"Der Zuspruch Gottes gilt gleichermaßen für gleich- und verschiedengeschlechtliche Paare" stellte Propst Eibach als Mitglied des leitenden geistlichen Amtes der Ev. Landeskirche Hessen-Nassau fest. Jedoch braucht die Synode noch Zeit, bevor sie sich mit dieser Frage befassen könne, beschrieb er die Situation in seiner Landeskirche zum Unverständnis des Publikums weiter.

Volker Beck wies in diesem Zusammenhang auf die mögliche Bedeutung kirchlicher Stellungnahmen für die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes über den Antrag des Landes Bayern auf einstweilige Verfügung gegen das Lebenspartnerschaftsgesetz hin. Er sieht in diesem Antrag einen Mißbrauch des höchsten Gerichtes, da sich die Unionsparteien dem laufenden parlamentarischen Verfahren verweigern.

Auch Martin Herdieckerhoff, Sprecher der Gruppe Lesben und Schwule in der Union (LSU), fordert seine Partei auf, sich an dem laufenden Vermittlungsverfahren über die im Bundesrat zustimmungspflichtigen Teile zu beteiligen. Er sieht in der breiten Spanne der Meinungen innerhalb der CDU ein Hindernis, welches einer schnellen Einigung allerdings entgegensteht.

Ilse Schneider sowie David James und Nulf Schade, weitere Teilnehmende des Podiums, beschrieben ihre bereits erfolgten Partnerschaftssegnungen als wichtige Meilensteine in ihrem Leben. Obwohl sie zuvor die Reaktion ihrer Gemeinden ängstlich erwartet hatten, bereuen sie heute ihre jeweilige Entscheidung nicht. Vielmehr sehen sie sich immer wieder in ihren Partnerschaften bestärkt.

Aus christlicher Sicht seien vom Liebesgebot her betrachtet homo- und heterosexuelle Beziehungen gleichermaßen hinsichtlich der Freiwilligkeit, der Dauerhaftigkeit, der Gleichberechtigung der Partner und der Einstehensbereitschaft zu beurteilen. Podium und Plenum waren sich weitgehend einig, daß bei Beachtung dieser Kriterien diese Beziehungsformen gleichwertig sind. Daher werden alle evangelischen Landeskirchen aufgefordert, die teilweise geltenden Einzelfallregelungen durch allgemeingültige Strukturen zu ersetzen und so auch eine kirchenrechtliche Sicherheit zu bieten.

”Ein Ja zu Ehe und Familie darf kein Nein zu gleichgeschlechtlichen Beziehungen sein” faßte Propst Eibach die Stimmung des Plenums zusammen.


Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:

Thomas Wunsch, Pressesprecher der HuK
Ernst-König-Str. 61, 59755 Arnsberg
Tel. (02932) 701337
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