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  Pressemitteilung (21.08.2002)  

[Letzte Aktualisierung: 13.07.2003]

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Presse

Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V.

Pressemitteilung (21.08.2002)
zur Kündigungsdrohung der katholischen deutschen Bischofskonferenz

Solidarisch mit homosexuellen Lebenspartnern im kirchlichen Dienst

Systemgerechte Amtskirche oder menschenfreundliche Kirche im Sinne Jesu?

21.08.2002. In Solidarität und Loyalität gegenüber den betroffenen Menschen im kirchlichen Dienst richtet sich die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. mit folgender Erklärung an die Öffentlichkeit und schließt sich den Stellungnahmen anderer Schwulen- und Lesbengruppen und christlicher Verbände an:

Die Androhung der deutschen römisch-katholischen Bischofskonferenz, "Laien"-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in kirchlichen und kirchennahen Einrichtungen zu kündigen, wenn sie von der im staatlichen Gesetz geschaffenen Möglichkeit Gebrauch machen, ihre Partnerschaften eintragen zu lassen und damit auch rechtlich Verantwortung für einander zu übernehmen, überrascht nicht.

Sie ist systemkonform.

Eine Amtskirche,

  • die sich beharrlich weigert, ihre wirklichkeitsfremde und angstbesetzte Einstellung zur menschlichen Sexualität im Licht der humanwissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten hundert Jahre wenigstens zu überprüfen,
  • die die Augen vor den wissenschaftlichen Erkenntnissen ihrer eigenen unvoreingenommen forschenden Moraltheologen verschließt,
  • die es hinnimmt, dass Menschen nach Scheitern und Scheidung ihrer Ehe zwar zusammenleben, solange dies nicht öffentlich wird, aber sofort mit Strafen reagiert, wenn diese ihre neue Gemeinschaft gesetzlich legitimieren und auch rechtlich füreinander einstehen wollen,
  • eine solche Amtskirche kann gar nicht anders, als bei gleichgeschlechtlichen Paaren im System zu bleiben.

    Diese Haltung ist systemgerecht, aber sie ist nicht wirklichkeitsgerecht. Sie wird von der Mehrheit der römisch-katholischen Kirchenmitglieder nicht geteilt. Diese verlangt mit guten Gründen eine Abkehr der Amtskirche von ihrer menschenverachtenden, unbiblischen, unbarmherzigen und jeder verantwortungsvollen Pastoral Hohn sprechenden Haltung. Ohne ein wirkliches Umdenken, eine Umkehr im biblischen Sinn wird sie immer wieder in die selbstgestellte Falle tappen, systemgerecht, aber nicht menschengerecht zu reden und zu handeln.

    Von kirchlicher Seite wird in der Pastoral für den Bereich der Geschlechtlichkeit immer wieder betont, dass Sexualität in das Ganze der Persönlichkeit integriert werden soll. Man sollte meinen, dass von daher die katholischen Kirche in einer auf Dauer und gegenseitige Verantwortung angelegte Beziehung, wie sie in einer eingetragenen Partnerschaft zum Ausdruck kommt, auch dann etwas Positives sehen könnte, wenn sie der praktizierten Homosexualität gegenüber insgesamt skeptisch gegenübersteht. Das Gegenteil ist der Fall: Genau diejenigen der kirchlichen Angestellten, die ein Ende mit einer eventuellen Heimlichtuerei machen wollen und sich offen zu ihrem Partner, ihrer Partnerin bekennen, stehen nun unter der Androhung der Entlassung.

    Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. verurteilt diese Haltung und die daraus resultierende neueste Verlautbarung der deutschen Bischofskonferenz. Sie ist sich dabei einig mit den Organisationen, die für eine menschenfreundliche Kirche im Geiste des Jesus von Nazaret eintreten, vor allem der "Initiative Kirche von unten" und der Kirchenvolksbewegung "Wir sind Kirche".


    Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:

    Dr. Eric Leis
    Fon: 0261 - 97 30 77 6
    Fax: 0261 - 97 30 77 8
    E-Mail: eric@huk.org