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  Pressemitteilung (20.05.1999)  

[Letzte Aktualisierung: 23.04.2002 ]

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Presse

Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V.

Pressemitteilung (20. Mai 1999)
Kirchentag - Schulzentrum

Eklat bei Kirchentagsvorbereitung

Kündigung der Nutzung eines Schulzentrums als Veranstaltungsort
Gemeindezentrum als neuer Veranstaltungsort
Einschränkung des Programmes durch kurzfristige Kündigung

Erstmals in der Geschichte der Beteiligung der HuK an Kirchentagen ist der geplante Veranstaltungsort wenige Wochen vor dem Termin gekündigt worden. Durch massive Unterstützung der Geschäftsleitung des Kirchentages konnte ein Gemeindezentrum als Ausweichquartier gefunden werden. Aufgrund des geänderten Raumangebotes sind Einschränkungen des seit Monaten geplanten Programms nicht auszuschließen.

Von diesem Problem nicht berührt sind die Beteiligung am Markt der Möglichkeiten in den Messehallen sowie die Großveranstaltung in der Stuttgarter Alten Reithalle zum Thema Lebensformen u.a. mit der Hamburger Bischöfin Maria Jepsen.

In der Zeit vom 16. bis 20. Juni 99 findet in Stuttgart der diesjährige Evangelische Kirchentag statt. Bereits seit Mitte 98 bereitet sich der Koordinationskreis der HuK darauf vor und plant ein umfangreiches Programm. Dies umfaßt neben vielen Veranstaltungen auch ein Beratungsangebot und eine Cafeteria als Anlaufstelle. Zusammen mit den Übernachtungsmöglichkeiten für die beteiligten HuK-Mitglieder bildet dieses Angebot, wie in den vergangenen Jahren das HuK-Zentrum. In Stuttgart sollte dies in der Ostheimer Schule angesiedelt sein. Als Ausweichquartier ist nun das Gemeindezentrum der Thomaskirche in Kaltental, Schwarzwaldstraße 7, gewählt worden. Es wird versucht, das geplante Programm im vollen Umfang anzubieten. Jedoch können Beschränkungen aufgrund räumlicher Gegebenheiten nicht ausgeschlossen werden.

Am 3. Mai traf die Absage der Schulleitungen in der Geschäftsstelle des Deutschen Evangelischen Kirchentages (DEKT) ein: Die Ostheimer Schulen stehen als HuK-Zentrum und damit als Veranstaltungsort während des Kirchentages nicht zur Verfügung. Der Veranstaltungsumfang übersteige das angekündigte Maß und damit die Verantwortbarkeit für die Schulleitungen. Außerdem wurden Befürchtungen um den guten Ruf der Schulen geäußert. Diese Hiobsbotschaft wurde unmittelbar dem verantwortlichen Organisationsteam der HuK mitgeteilt. Erst heute konnte das Ausweichquartier nach schwierigen Verhandlungen bekannt gegeben werden.

Für Kirchentagsleitung und HuK-Mitwirkende war dies ein beispielloser und unverständlicher Vorgang in der Geschichte der Kirchentage. Obwohl die HuK stets auch heiße Eisen angepackt hat und für manche schon allein als teilnehmende Gruppe eine Provokation war, hat es bisher noch keinen solchen Eklat gegeben. Ob bei der Absage das Thema "Homosexualität" und damit verbundene Berührungsängste eine Rolle gespielt haben, liegt im Bereich der Spekulation.

Seitens der Schulleitung wird angegeben, daß im Laufe der Zeit zu viel Ansprüche aufgesattelt wurden: die Nutzung nicht nur als Schlafstätte sondern auch Veranstaltungsort mit Cafeteria; die Öffnung der Schule rund um die Uhr; damit verbunden eine Zugangsmöglichkeit auch für in der Schule ungeliebte Besucher aus dem benachbarten Umfeld, welches als sozialer Brennpunkt gilt.

Demgegenüber verweist Manfred Heller, verantwortlicher Leiter des Koordinationskreises der HuK, auf die Absprachen, die bereits im Oktober und Dezember gelaufen sind: "Wir haben von Anfang an mit offenen Karten gespielt. Unser Konzept lag stets in dieser Form auf dem Tisch!" Bereits seit einiger Zeit schwelt ein Konflikt zwischen Schulamt, Schulleitungen verschiedener Schulen und der Geschäftsstelle des Kirchentages um die Nutzung der Schulen und den damit verbundenen Unterrichtsausfall. Dabei ist nicht auszuschließen, daß sich dieser Ärger nun auch gegen die HuK richtet.

Da die Kirchentagsprogramme mit dem falschen Veranstaltungsort schon an die Dauerteilnehmer verschickt sind, wird eine deutlich geringere Anzahl von Besuchern der HuK-Veranstaltungen gerechnet. Es werden daher alle Möglichkeiten genutzt, den neuen Veranstaltungsort bekannt zu geben. "Wir danken der Thomasgemeinde für die kurzfristige Aufnahme in ihren Räumen." erläutert Manfred Heller. Er äußerte die Hoffnung, daß auch so viele Besucherinnen und Besucher den Weg ins HuK-Zentrum finden.


Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:

Thomas Wunsch, Pressesprecher der HuK
Ernst-König-Str. 61, 59755 Arnsberg
Tel. (02932) 701337
Email: presse@huk.org